Unmut über Tepco wächst

Plutonium sickert in Fukushima in die Erde

publiziert: Dienstag, 29. Mrz 2011 / 15:30 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 31. Mrz 2011 / 11:30 Uhr
15. März 2011: Ein kleiner Junge aus der Präfektur Fukushima wird auf Radioaktivität untersucht.
15. März 2011: Ein kleiner Junge aus der Präfektur Fukushima wird auf Radioaktivität untersucht.

Tokio - Die Lage am beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima nimmt immer bedrohlichere Ausmasse an: Die Atomaufsicht schockierte mit der Aussage, Brennstäbe in drei der sechs Reaktoren seien beschädigt. Und es sei sehr wahrscheinlich, dass die Schutzhüllen nicht mehr völlig dicht seien.

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Betroffen seien die Reaktoren 1, 2 und 3 - und mit letzterem also auch jener Reaktor, in dem Plutonium Teil des verwendeten Brennstoffmixes ist. Zuvor hatten Funde des extrem giftigen und krebserregenden Schwermetalls in der Nähe der Kraftwerksruine Ängste über das wahre Ausmass der bereits jetzt schlimmsten Atomkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren geschürt.

Experten äusserten die Vermutung, dass das gefundene Plutonium entweder aus einem Abklingbecken oder direkt aus dem Reaktor 3 stammt. «Plutonium ist eine Substanz, die bei hohen Temperaturen emittiert wird. Es ist ausserdem schwer und entweicht daher nicht so leicht», erläuterte der stellvertretende Chef der Atomaufsicht, Hidehiko Nishiyama.

«Wenn also Plutonium aus dem Reaktor entwichen ist, sagt uns das etwas über die Schäden am Brennstoff aus. Und wenn es die ursprüngliche Schutzhülle durchbrochen hat, unterstreicht das die Schwere und das Ausmass dieses Unfalls.»

Plutonium hat eine Halbwertzeit von 24'000 Jahren. Der Stoff wird auch zum Bau von Atomwaffen benötigt. In der Natur kommt er nicht vor. Die auf dem AKW-Gelände gefundene Menge sei allerdings nicht gesundheitsgefährdend, erklärte die Atomaufsicht.

Unmut wächst

In Japan wachsen die Zweifel, dass es den Experten gelingt, die Atomkatastrophe unter Kontrolle zu bringen. Der Unmut richtet sich vor allem auch gegen den Kraftwerkbetreiber Tepco.

Dazu passte ein Bericht der Tageszeitung «Yomiuri», in dem es hiess, das japanische Kabinett erwäge eine vorübergehende Verstaatlichung von Tepco. Dies wurde aber später von Edano und Tepco-Vertretern dementiert. Der Kurs der Tepco-Aktie gab aber am Dienstag an der Börse in Tokio um fast 20 Prozent nach.

Kühlen und Abpumpen

Experten waren am Dienstag mit zwei scheinbar gegensätzlichen Arbeiten beschäftigt. Einerseits müssen sie die Brennstäbe mit Wasser kühlen, andererseits soll radioaktiv verseuchtes Wasser aus den Reaktorgebäuden abgepumpt und sicher gelagert werden. Doch die Arbeiter wissen nicht, wohin mit der für Menschen hochgiftigen Flüssigkeit. Es fehlte an Tanks.

Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan sprach mit Blick auf das Reaktorunglück und die Schäden durch das Erdbeben und den Tsunami im Osten des Landes von der «schwersten Krise Japans» seit dem Zweiten Weltkrieg.

(bert/sda)

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Luftaufnahme der AKW-Anlage in Fukushima vom 14. März 2011.
Unfair?
( Vorweg zu Ihrer anderen Frage, ich bekomme die Mails.... aber auch dann wenn ich die Benachrichtigung vorübergehend ausschalten will)

Jetzt zu Unfair.
Nicht unfair sondern undifferenziert.
Ebenso undifferenziert könnte man ja auch sagen, dass das Japanische Volk im Grossen und Ganzen selber Schuld (mit-schuld) ist.

Japan ist nun mal kein Drittweltland, in dem sich mehrheitlich Analphabeten befinden. Japan ist ein hoch entwickeltes Land, in dem Bildung eine wichtige Rolle spielt. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Bildung_in_Japan

Nur beweist dies auch meine Behauptung, dass Bildung nicht zwingend mit Intelligenz gleichzusetzen ist.
Wenn ich sehe wie ein ganzes Volk (undifferenzierte Sichtweise) mit dem Mundschutz herum rennt damit Sie sich und niemand anders mit einem Grippe Virus anstecken könnten,ist es für mich unverständlich wie ich von den selben Leuten lese und sehe , dass sie sich weiter in den verseuchten und verstrahlten Gebieten aufhalten.

Natürlich ist das verhalten der Regierung und von TEPCO unentschuldbar, und da kann ich es nicht lassen zu fragen, welche Regierung bzw. Regime hat seinem Volk mehr Schaden zugefügt, Das Libysche Regime oder die Japanische Regierung?

Der für mich entscheidende Unterschied ist, dass sich die Libyer mittlerweile dagegen wehren....und die Japaner brav den Mund halten ....mit Mundschutz.
Nein mein lieber JasonBond die Japaner sind ein Haufen (undifferenzierte Sichtweise) technokratischer Idioten, die an Ihrem Schicksal selber Schuld sind.
Das ist noch lange nicht ausgestanden.
Denn wenn es tatsächlich zu einer Kernschmelze gekommen ist, dann gute Nacht. Meiner bescheidenen Kenntnis nach ist nämlich eine Kernschmelze nicht mehr zu begrenzen. Das Zeugs schmilzt jetzt so lange dahin, bis es sich weit genug verteilt hat, um sich so selbst abzu kühlen. Ich wäre froh, wemm mich jemand eines Besseren belehren könnte und würde!
Nichts hinzuzufügen
Bin genau Ihrer Meinung.
Totalversagen
Ich bin jetzt unfair? Aber hier kann man doch von Totalversagen sprechen, Erdbeben und Tsunami hin oder her.

TEPCO ist hoffentlich erledigt nach dieser Angelegenheit. Der Gedanke das dieser Konzern weiter existieren darf danach widert mich an.
Ebenfalls dürfte Kan diesen Skandal politisch wohl kaum überleben.
Denn was sich die Betreiber TEPCO und die Regierung hier geleistet haben ist schlichtweg ein Skandal.
Bald einen Monat nach den ursprünglichen Ereignissen weiss die Welt immer noch nicht genau, was, wann, wie und warum geschieht in Fukushima.
TEPCO hätte schon lange "abgesetzt" werden müssen, bzw. verstaatlicht und die Regierung und das Militär hätten längst übernehmen müssen.
Stattdessen wird in Kauf genommen (um eventuell die Anlage noch zu retten), dass im Umkreis von 30km oder gar mehr eine Todeszone entsteht.

Zur Internationalen Atombehörde: Die hat in den ersten 10 Tagen geschwiegen, war unsichtbar und hat wahrscheinlich gedacht, das ganze wird sich schon irgendwie richten.
Jetzt unternimmt der Chef dieser Behörde reisen und philosophiert darüber was man aus Fukushima für Lehren ziehen muss (irgendwann) usw.
Das Vertrauen in diese Int. Behörde dürfte wohl dahin sein. Eigentlich hat sie die Existenzberechtigung verloren.

Wir sind den Betreiber der AKW auf der ganzen Welt ausgesetzt. Da wird geschlampt, verschleiert, verschwiegen, korrumpiert und am falschen Ort gespart um die Profite zu erhöhen.
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