Ja zu Spezialfinanzierung

Ständerat will Abwasser besser reinigen lassen

publiziert: Dienstag, 10. Dez 2013 / 10:21 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 10. Dez 2013 / 11:51 Uhr
Kläranlagen sollen rasch handeln.
Kläranlagen sollen rasch handeln.

Bern - Kläranlagen sollen auch kleinste Verunreinigungen aus dem Abwasser waschen. Um 100 Anlagen aufzurüsten, hat der Ständerat als Erstrat am Dienstag mit nur einer Gegenstimme einer befristeten Spezialfinanzierung zugestimmt.

3 Meldungen im Zusammenhang
Sogenannte Mikroverunreinigungen mit Substanzen wie Medikamenten oder Hormonen können schon in geringsten Mengen eine Gefahr für Tiere und Pflanzen in Gewässern bedeuten. In der Aare zwischen Thun und Bern etwa sind die schädlichen Spurenelemente mitverantwortlich für einen markanten Rückgang der Bachforellen-Population.

Handlungsbedarf sei indiskutabel ausgewiesen, sagte Ivo Bischofberger (CVP/AI) namens der vorberatenden Umweltkommission. Neben der Fischgesundheit könnten «auch die Trinkwasserressourcen durch Einträge von Mikroverunreinigungen Schaden nehmen».

Mit einer weiteren Reinigungsstufe bei den Abwasserreinigungsanlagen (ARA) lassen sich solche organischen Spurenelemente zu einem grossen Teil eliminieren. Diese zusätzliche Reinigungsstufe soll nun in rund 100 der 700 ARA in der Schweiz eingebaut werden. Kostenpunkt: 1,2 Milliarden Franken. Betroffen sind grosse Anlagen in dicht besiedeltem Gebiet sowie solche im Einzugsgebiet von Seen und Gewässern.

Spezialfinanzierung gefunden

Dreiviertel der Investitionskosten sollen über eine verursachergerechte gesamtschweizerische Spezialfinanzierung gedeckt werden. Diese ist bis spätestens zum Jahr 2040 befristet und beträgt maximal neun Franken pro Einwohner und Jahr. Dieses Geld erhebt die ARA via kantonale Abwassergebühren und liefert sie dem Bund ab.

Der Bund erhält dadurch jährlich 45 Millionen Franken, mit welchen er die Umrüstungen unterstützen kann. Damit die Kläranlagenbetreiber einen Anreiz erhalten, möglichst rasch zu handeln, entfällt die Abgabe, sobald die Anlage aufgerüstet ist.

Der Weg zu dieser Finanzierungslösung war nicht schnurgerade. Ein erster Anlauf des Bundesrates scheiterte vor drei Jahren. Laut Bischofberger wurden sowohl eine Abgabe auf den Produkten, welche die Verunreinigungen verursachen, geprüft als auch eine Finanzierung über die Steuern.

30'000 synthetische organische Stoffe

Laut Bundesamt für Umwelt werden in der Schweiz rund 30'000 synthetische organische Stoffe verwendet. Sie kommen unter anderem in Arzneimitteln, Lebensmitteln, Reinigungsmitteln, Baumaterialien, Anstrichen oder Körperpflegeprodukten vor. Sie gelangen über Regen- oder Abwasser in die Gewässer, wo sie Wachstum und Fortpflanzung von Wasserlebewesen schädigen.

Der Ständerat lehnte zudem einen Minderheitsantrag ab, die Stickstoffbehandlung in die Vorlage einzuführen und diese finanziell zu unterstützen. Die sogenannte Nitrifikation oder Denitrifikation wurde mit 22 zu 15 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Die Vorlage geht nun in den Nationalrat.

(bg/sda)

xxxFORUMHINWEISxxx
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Grosse Abwasserreinigungsanlagen oder Anlagen im Einzugsgebiet von Seen sollen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe ausgerüstet werden.
Bern - In Kläranlagen gereinigtes ... mehr lesen
Green Investment Bern - Der Bund will für 1,2 Milliarden Franken etwa hundert der grösseren ... mehr lesen
Viele Stoffe verunreinigen Abwasser.
Die Geschichte der Drogerie ist eng mit der Entwicklung des Apothekerwesens verbunden.
Die Geschichte der Drogerie ist eng mit der ...
Drogerie News Bewusste Ernährung und Nachhaltigkeit gewinnen immer mehr an Bedeutung, dementsprechend stehen Verbraucher vor einer wachsenden Auswahl an Geschäften, die Produkte für einen gesunden Lebensstil anbieten. mehr lesen  
Import Erstmals wurde der Japanische Käfer im Jahr 2017 im Kanton Tessin in der Schweiz gesichtet und hat sich seitdem weiter verbreitet. Dieser ... mehr lesen  
Japankäfer: An den Seiten des Hinterleibs sind fünf weisse Haarbüschel erkennbar. Am Ende des Hinterleibs befinden sich zwei breitere Haarbüschel.
Urlaub im eigenen Land setzt sich als Trend fort. Bild: Herbstliches Cevio im Tessin.
Publinews Immer mehr Menschen verbringen ihren Urlaub zu Hause, in der näheren Umgebung oder im eigenen Land. Diese Art Urlaub zu machen fällt unter ... mehr lesen  
In den vergangenen Jahren haben sich die Sommermonate durch vermehrte Hitzeperioden ausgezeichnet. Diese Entwicklung stellt eine besondere Herausforderung für Bauarbeiter dar, die unter freiem Himmel körperlich ... mehr lesen
Ab einer Temperatur von 33 Grad Celsius sollten schwere Arbeiten im Freien an unbeschatteten Stellen pausiert werden.
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 690 69 00
Skype chris_vadian_net
 
News
         
Die Ausstellung «Memories» leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur.
Fotografie Vom 04.07. - 19.10. im Museum Thalwil  Das Museum Thalwil lädt vom 4. Juli bis 19. Oktober 2024 zu einer faszinierenden Fotoausstellung ein, die sich mit dem Thema ... mehr lesen
Die photo basel 2024 ist die einzige Fotokunstmesse der Schweiz.
Fotografie 450 Kunstwerke von 150 Künstlern  Die photo basel 2024, die führende Kunstmesse der Schweiz für Fotografie, findet vom 11. bis 16. Juni im Volkshaus Basel statt. In ... mehr lesen
Das Landesmuseum Zürich am Hauptbahnhof aus der Luft.
Publinews Vom 14. Juni bis zum 11.November 2024 im Landesmuseum Zürich  Das Landesmuseum Zürich beleuchtet die Geschichte der Wiederverwertung in der neuen Ausstellung «Das zweite Leben der ... mehr lesen
Cildo Meireles, Alto, 2024 Wood and speakers, Courtesy the artist.
Publinews Bis zum 11.08.2024  Zum ersten Mal in der mehr als 25-jährigen Geschichte der Fondation Beyeler werden das gesamte Museum und der umliegende Park zum Schauplatz einer ... mehr lesen
Die Nordlichter, oder Aurora Borealis, sind vielleicht das bekannteste meteorologische Phänomen Islands.
Publinews Island, ein Land der krassen Gegensätze und Naturwunder, bietet mehr als nur atemberaubende Landschaften. Es ist auch ein ... mehr lesen
Übernachtung im Iglu-Dorf Zermatt: Schlafen wie die Eiskönigin und der Eiskönig.
Publinews Einzigartige Übernachtungserlebnisse  Themenhotels bieten eine einzigartige Möglichkeit für Reisende, eine unvergessliche Erfahrung zu machen, die über die ... mehr lesen
Für einen europäischen Roadtrip gibt es einen Reiseplan, der perfekt zu den Wettervorlieben passt.
Publinews Sich auf einen europäischen Roadtrip zu begeben, bietet ein Kaleidoskop an Erfahrungen, Landschaften und ... mehr lesen
SMON-Opfer, Demonstration gegen Ciba Geigy, Basel 1977.
Fotografie Noch bis zum 16. Juni in der Galerie BelleVue Basel  Die Ausstellung im BelleVue/Basel präsentiert eine spannende fotografische Reise von den turbulenten 1970er-Jahren ... mehr lesen
begehrt. umsorgt. gemartert. Körper im Mittelalter: Das Plakat der Ausstellung.
Publinews Noch bis zum 14.07. im Landesmuseum Zürich  Der menschliche Körper war im Mittelalter ein Ort voller Widersprüche: Er wurde verehrt, unterdrückt, gepflegt und bestraft. Die neue ... mehr lesen
Das mögen die Schweizer und Touristen am liebsten, die bei Tripadvisor bewerten.
Publinews Auswertungen des Bewertungsportals TripAdvisor haben ergeben, dass in der Schweiz äthiopische Restaurants am höchsten ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF