«Stopft endlich dieses verdammte Loch»
publiziert: Freitag, 28. Mai 2010 / 14:05 Uhr / aktualisiert: Freitag, 28. Mai 2010 / 22:47 Uhr
Bis jetzt haben Obamas Besuche im Krisengebiet wenig bewirkt.
Bis jetzt haben Obamas Besuche im Krisengebiet wenig bewirkt.

Mittlerweile reicht der Ölteppich an der Südküste der USA beinahe bis zum Weissen Haus – und befleckt damit den guten Ruf des Präsidenten Barack Obama.

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CNN International

edition.cnn.com/POLITICS/

Laut «Washington Post» soll Obama bei einem Treffen aus lauter Frustration zu seinen Mitarbeitern gesagt haben: «Stopft endlich dieses verdammte Loch.»

Obama führt zwei Kriege und treibt Reformen voran, die vom Gesundheitswesen bis hin zur Hochfinanz reichen.

Aber «dieses Loch» wird zu seinem grössten und drängendsten Problem. Es handelt sich um eine nicht enden wollende Umweltkatastrophe, die er bis jetzt nicht eindämmen konnte.

Seinen zweiten Besuch im Krisengebiet hat Obama für den heutigen Freitag angesetzt, um zumindest teilweise sein persönliches Engagement unter Beweis stellen zu können.

Bis jetzt haben diese Auftritte von Obama jedoch wenig bewirkt - ganz im Gegensatz zu den Unterwasser-Aufnahmen, die die Amerikaner sowohl im Fernsehen wie auch im Internet live verfolgen können und die rund um die Uhr zeigen, wie das Öl aus dem leckgeschlagenen Bohrloch ins Meer austritt.

Es wird schlimmer und schlimmer werden

«Das ist erst der Anfang. Es wird schlimmer und schlimmer werden», sagte der Historiker David Brinkley. «Die Amerikaner werden wütend, wenn sie diese Bilder sehen.» Ihre Wut hatte auch Zeit zu wachsen. Es ist mehr als ein Monat vergangen, seit am 20. April die vom britischen Unternehmen BP betriebene Bohrinsel explodierte. Dabei wurden 11 Arbeiter getötet und die Ölkatastrophe nahm ihren Lauf. Man überliess BP bei der Abdichtung der Öllecks die Führung, da das Unternehmen zum einem rechtlich dazu verpflichtet ist und zum anderen im Gegensatz zur Regierung über die Ausrüstung und das Know-how verfügt.

Aber die Amerikaner sind frustriert, dass die Regierung Obama nicht mehr ausrichtet.

Eine vom 21. bis 23. Mai durchgeführte Umfrage von CNN ergab, dass 51 % mit dem Krisenmanagement des Präsidenten unzufrieden sind. Und sogar einige bekannte Befürworter seiner Partei erkennen den politischen Schaden.

«Die Öffentlichkeit bekommt das Gefühl, dass wir im Dunkeln tappen», sagte Bill Nelson, Senator von Florida. Auch dieser Bundesstaat zählt zu denjenigen, die um ihre Küstenlinie bangen.

Obama hat eine Expertenkommission eingesetzt, die die Ursache der Katastrophe untersuchen soll. Ausserdem hat er bessere Sicherheitsstandards und Kontrollen angeordnet, um künftige Unfälle zu verhindern. Aber das alles sind langfristige Pläne, die die unmittelbare Katastrophe nicht beheben können. Von den Austern-Restaurants in New Orleans bis zu den Stränden von Miami warten die Amerikaner jetzt und wollen wissen, wie viel Öl noch austritt, bis das Leck geschlossen wird. Zudem interessiert sie, was der Präsident dazu beitragen wird.

Jonathan Mann - POLITICAL MANN
Dieser Text stammt von Jonathan Mann, Moderator und Journalist bei CNN International. Er moderiert das wöchentliche Politmagazin «Political Mann» auf CNN International. Der Text steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung.

 

(Kolumne von Jonathan Mann/CNN-News)

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