Südseestaat Kiribati droht zu versinken

publiziert: Samstag, 7. Jun 2008 / 14:59 Uhr / aktualisiert: Samstag, 7. Jun 2008 / 15:32 Uhr

Dramatischer Appell des Präsidenten über Klima-Flüchtlinge Auckland/Bairiki - Nach dem drohenden Untergang des Inselstaats Tuvalu richtet nun das Nachbarland Kiribati einen dramatischen Appell an Australien und Neuseeland.

3 Meldungen im Zusammenhang
Der kiribatische Präsident Anote Tong bittet darin Australien und Neuseeland sich der Klimaflüchtlinge aus seinem Land anzunehmen, berichtet der neuseeländische Fernsehsender TV3.

Tong hatte bei einer Konferenz in Wellington unterstrichen, dass der Point-of-No-Return bei den negativen Folgen der Treibhausgasemissionen bereits erreicht sei. Das Worst-Case-Szenario für Kiribati könnte bedeuten, dass gegen Ende des Jahrhunderts die flachen Atolle unter Wasser stehen.

33 Atolle in drei Inselgruppen

Für die knapp 94'000 I-Kiribati - wie sich die Einwohner nennen - bedeutet dies, dass sie sich eine neue Heimat suchen müssen. «Die Klimaveränderung ist nicht Frage der wirtschaftlichen Entwicklung, sondern eine Frage des menschlichen Überlebens», so Tong, der an der London School of Economics studiert hat. «Dörfer, die Jahrzehnte, möglicherweise sogar hundert Jahre lang an einem Platz gestanden haben, müssen jetzt umgesiedelt werden», erklärt Tong.

Die Landfläche des aus 33 Atollen in drei Inselgruppen geteilten Staates, beträgt nur knapp 700 Quadratkilometer - allerdings verteilt auf mehr als fünf Mio. Quadratkilometer.

Mit Ausnahme der Insel Banaba, der ehemaligen Ocean Island, die sich 70 Meter aus dem Ozean erhebt, ragen die anderen Inseln nur maximal drei bis vier Meter aus dem Meer. «Die Problematik ist genau die gleiche wie in Tuvalu», meint Chris Horner, der gemeinsam mit Gilliane Le Gallic die Filmdokumentation «The Disappearing of Tuvalu - Trouble in Paradise» gedreht hat.

Minimaler Anstieg

Kiribati und Tuvalu bildeten einst die britische Kolonie Gilbert & Ellice Islands. Die beiden Inselgruppen, die eine sehr ähnliche Topographie aufweisen, sind seit den späten 1970er Jahren unabhängige Staaten im Commonwealth.

Nach Angaben der australischen National Tidal Facility sei der Meeresspiegel in den vergangenen zehn Jahren nur minimal gestiegen, wie die australische Forscherin Fiona Kotvojs bestätigt.

«Es gibt nicht einmal Beweise dafür, dass das einmal passieren wird.» Was allerdings sehr wohl passiert, und das bereitet der Bevölkerung grosse Sorgen, sind Springfluten, die immer wieder die Pflanzungen überschwemmen.

Natürlicher Lauf der Dinge?

«Die porösen Korallenböden eignen sich ohnehin nicht wirklich gut für Landbau», erklärt auch Horner. Ein weiteres Problem ist auch die Wasserversorgung. Besonders die südlichen Inseln der Gilbert-Gruppe litten in den vergangenen Jahren unter Trockenheit, wie dies Mitarbeiter des US-Peace-Corps bestätigen.

Nicht alle stimmen der Theorie vom Untergang der Inseln zu. Einige der Bewohner der Inseln kritisieren, dass die viel zitierte Bodenerosion, bei der Fluten Teile der Inseln abtragen, an anderen Stellen allerdings wieder neu auftragen, als natürlichen Lauf der Dinge.

Abfälle aller Art

«Mit Zunahme der Bevölkerungsdichte auf Funafuti, dem Hauptatoll Tuvalus, sind auch die Probleme grösser geworden», bestätigt der Pfarrer Camille DesRosiers, der seit 20 Jahren die katholische Mission in Tuvalu leitet. Dazu gehöre auch das auf beiden Hauptinseln - Tarawa und Funafuti - existierende gewaltige Müllproblem. Jedes Konsumgut, das gut verpackt hier landet, bleibt auch hier und so türmen sich auf der kleinen Landfläche Abfälle aller Art.

(tri/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese wetter.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Es ist das erste Mal in der ... mehr lesen
Die unschöne Seite von Tuvalu
Das wirtschaftliche Umfeld ist in Kiribati weniger attraktiv als in Neuseeland.(Symbolbild)
Wellington - Ein Mann aus dem Pazifikinselstaat Kiribati hat in Neuseeland keine Chance, als erster Klimaflüchtling der Welt anerkannt zu werden. Das stellte das oberste Zivil- und ... mehr lesen
Spannende Aufgabe: Empa-Expertin Barbara Lothenbach wird das Projekt leiten.
Spannende Aufgabe: Empa-Expertin Barbara Lothenbach wird das Projekt ...
Die Zementindustrie emittiert grosse Mengen von klimaschädlichem Kohlendioxid - doch alternative Bindemittel auf der Basis von Magnesiumcarbonat könnten CO2 sogar binden. Beton als Kohlenstoffsenke? Ein Forschungsprojekt, das vor kurzem den ersten «Advanced Grant» des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) für die Empa erhielt, soll die Grundlagen dazu erkunden und praktische Anwendungen vorbereiten. mehr lesen 
Publinews Vom Energiewandel profitieren alle, das versteht sich von selbst. Schliesslich bedeutet er, dass die Preise für die Energie sinken, die Umwelt wird ... mehr lesen  
Die Energiewende gelingt nur durch Profitgier, nicht durch Überzeugung.
Umweltbeobachtungen in der Luft und unter Wasser  Dübendorf, St. Gallen und Thun, 14.06.2022 - Eine neue «duale» Drohne kann sowohl fliegen als auch auf dem Wasser landen, um aquatische Proben zu nehmen und etwa die Wasserqualität zu überwachen. Die Drohne wurde von Forschenden des «Imperial College London» und der Empa entwickelt und vor kurzem gemeinsam mit Forschenden der Eawag erstmals auf dem Zürichsee getestet. mehr lesen  
Kräftiger Stau: 2018 verfügten Schweizer Autos durchschnittlich über 179 PS - Rekord.
Dübendorf, St. Gallen und Thun - Wieviel verbraucht die Fahrzeugflotte eines Landes im Durchschnitt? Wie ändert sich das von Jahr zu Jahr? Mit der ... mehr lesen  
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 690 69 00
Skype chris_vadian_net
 
News
         
Faksimile des rot-weiss karierten Tagebuchs von Anne Frank, Amsterdam, 1942-1944.
Publinews Vom 9.6.2022 - 6.11.2022 im Landesmuseum Zürich  Das Tagebuch der Anne Frank hat die Welt nach dem Holocaust aufgerüttelt. Die Chronik von 735 Tagen Alltag, Angst und Hunger für acht Jüdinnen und Juden im ... mehr lesen
Piet Mondrian «Abend: Der rote Baum», 1908- 1910 Öl auf Leinwand, 70 x 99 cm. (Ausschnitt)
Publinews Zum 150. Geburtstag Mondrians  Anlässlich seines 150. Geburtstags widmet die Fondation Beyeler dem niederländischen Maler Piet Mondrian (1872-1944) eine umfassende Ausstellung ... mehr lesen
Publinews Ab in die römische Antike!  Der grösste Silberschatz der Antike, das imposante Theater, das romantische Römerhaus, spannende Mitmach-Aktionen, tolle Picknickplätze ... mehr lesen
Ohne Zwischenstopp erreichbare Fernziele.
Publinews Trotz bestehender Corona-Pandemie packt viele Menschen die Reiselust. In zahlreichen Sehnsuchtszielen ist Reisen wieder möglich. Allerdings müssen sich ... mehr lesen
Schlösser und Burgen.
Publinews Die Schweiz steht für Vielfalt - egal ob es um die Landessprache oder die Natur geht. Gerade die Region rund um die Alpen ist ein beliebtes Reiseziel für ... mehr lesen
Hotelier Alexander Hübner.
Publinews Wie wird die Hotelbranche der Zukunft aussehen und welche Art von Hotels werden angesichts der aktuellen und bevorstehenden ... mehr lesen
Ungestört mit dem Privatjet.
Publinews Nach Cannes, Nizza, Paris, Amsterdam, Düsseldorf oder London jetten? Von einem zentral in Europa gelegenen Flughafen wie dem von St. Gallen und Altenrhein in der Schweiz ... mehr lesen
Im Sommer wie im Winter ein ausgezeichnetes Urlaubsland.
Publinews Die frische Luft der Schweizer Alpen und der süsse Geschmack zart schmelzender Schweizer Schokolade sind nur zwei Gründe für einen Besuch in der wunderschönen ... mehr lesen
Die Urlaubszeit ist da!
Publinews Diese Destinationen sollten Sie in diesem Jahr nicht verpassen  Endlich ist es wieder soweit! Die Urlaubszeit ist da. Für diejenigen Schweizer, die ihren wohlverdienten Jahresurlaub nicht in ihrem schönen ... mehr lesen
Michael Walliser fährt leidenschaftlich gerne Motorrad.
Publinews Motorrad Kredit: Unbeschwerte Finanzierung  Michael Walliser (27) ist ein Mann, der Pläne umsetzt und seine Träume verwirklicht. Mit einem seriösen Privatkredit kann er seinen ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF