Umweltschutz-Zertifikate im Überblick - welche Zertifizierungen lohnen sich wirklich

publiziert: Dienstag, 17. Feb 2015 / 14:15 Uhr

Mit Umweltschutz kann heutzutage nahezu jede Firma bei ihren Kunden und Geschäftspartnern punkten. Mit der eigenen Firmenausrichtung einen Beitrag zur Klimaverbesserung zu leisten oder sich für alternative und nachhaltige Prozesse zu engagieren, ist gut für den eigenen Ruf und im Idealfall gut für das eigene Geschäft.

1 Meldung im Zusammenhang
Die Vielzahl an unterschiedlichen Zertifikaten, Auszeichnungen und Richtlinien macht es zum Teil schwierig, zwischen obligatorischen und freiwilligen Bewertungen zu unterscheiden. Die Industrie ist immer stärker für Treibhausgas-Emissionen verantwortlich und die Klimaziele der Industriestaaten sind noch lange nicht am Ziel.

2010 lag der Emissions-Anteil der Industrie bei 65 Prozent. Gerade deshalb sind Umweltzertifikate wichtig, um ein Zeichen für mehr Aktion zu setzen und gleichzeitig die bisherigen Erfolge aufzuzeigen. Neben den CO2-Emissionen gibt es jedoch weitere Bereiche, wie den Schutz der Regenwälder, regionales Umweltmanagement, Tierschutz und soziale Verantwortung, die Auszeichnungen erhalten. Einige haben einen guten Ruf, andere erfahren in den letzten Jahren einen deutlichen Kritik-Ansturm, wie beispielsweise einige Bio- oder FairTrade-Labels. Mit einem renommierten Zertifikat bieten sich weitere Kooperationen mit anderen gleichgesinnten Firmen an und das eigene Unternehmen erhält deutliche Wertschätzung.

1. FSC

1.1 Prinzipien

FSC steht seit 1993 für den Forest Stewartship Council, der eine ökologische, soziale und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder fördern will. Firmen, die das Label auf ihre Produkte setzen, haben ihre Hölzer und Papiere aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern, Reyclingmaterial oder verantwortungsvollen Quellen. Verschiedene Kriterien wie Landnutzungsrechte, Verantwortlichkeiten, Arbeitnehmerrechte und lokale Bevölkerung sind ebenso wichtig, wie der Nutzen aus dem Wald und der Schutz bestehender Wälder. Der FSC wird von vielen auch als Marketing-Instrument verstanden, das Waldbesitzern- und Nutzern einen Anreiz geben soll, verantwortlich und nachhaltig mit dem wertvollen Gut umzugehen. Die Standards richten sich an regionale und überregionale Regionen und Länder und sind in einigen Bereichen an nationale Gegebenheiten angepasst. Weltweite Richtlinien sind ebenso festgelegt.

1.2 Zertifizierungsorganisationen

Die Organisation zertifiziert Bestände und Betriebe nicht in Eigenregie, sondern übermittelt diese Aufträge an bevollmächtigte Zertifizierer, die unabhängig arbeiten. Das Schweizer Unternehmen IMOswiss AG ist seit 1998 dafür zuständig, Abläufe und Kriterien weltweiter Unternehmen zu bewerten. Neben Holz und Papier kümmert sich die Firma unter anderem um:

  • Organische Landwirtschaft
  • Aquakulturen
  • Kosmetik
  • FairTrade
  • Textilien und Leder
  • Reinigungsmittel
  • Wild

Bevor ein Unternehmen das FSC-Label auf die eigenen Produkte setzen kann, gibt es mehrere Stufen. Zunächst erfolgt eine erste Prüfung, ob die Voraussetzungen für eine Zertifizierung vorliegen. Anschliessend folgt die zweite, eigentliche Prüfung, die mit dem Zertifikat abschliesst. Dieses gilt für fünf Jahre und die Zertifizierungsstelle kontrolliert jährlich, ob die Vorgaben erfüllt bleiben. Jedes Unternehmen wendet sich bei dem Prozess an einen Zertifizierer seiner Wahl.

1.3 Produktkette

Um den Erfolg des Labels noch stärker zu festigen, gibt es das Instrument der Produktkettenzertifizierung, COC (Chain of Custody).

Dafür ist es wichtig, dass ein Verfahren im Unternehmen besteht, das alle Abläufe vom Wald bis zum Endkunden einschliesst, unter Einsatz der FSC-Richtlinien. Ohne dieses Label ist eine umfangreiche FSC-Auszeichnung nicht möglich, denn sie hilft dabei, die FSC-zertifizierten Materialien zu jeder Zeit identifizieren zu können. Bei einem Möbelhersteller steht beispielsweise zunächst das FSC FM Zertifikat an, das eine gute Waldwirtschaft aufweist. Die COC-Auszeichnung erklärt, dass der Betrieb seine Abläufe nach den vorgegebenen Kriterien einhält und die FSC N-Lizenz erläutert, dass das Unternehmen beim Trademark Service Provider registriert ist und das Logo verwenden kann. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der FSC Arbeitsgruppe Schweiz.

1.4 ClimatePartner Druckprozess

Unternehmen, die sich auf Drucke jeglicher Art spezialisiert haben oder mit gedruckten Papieren arbeiten, können mit dem FSC-Zeichen ihre eigene Position herausstellen. Doch das ClimatePartner Bündnis hilft Unternehmen zusätzlich, die eigene Klimabilanz durch IT-Systemlösungen und weiteren Prozessen zu verbessern. Der ClimatePartner Druckprozess ist ein Zusammenschluss von rund 25 Druckereien in Europa, die Emissionen aus der Herstellung ihrer Erzeugnisse neutralisieren und so für ein besseres Klima sorgen. Dafür kaufen die Unternehmen Emissions-Minderungs-Zertifikate aus Klimaschutzprojekten. Der Verband der Schweizer Druckindustrie empfiehlt, das klimaneutrale Drucken flächendeckend einzusetzen, wie es Firmen wie der RAAB Verlag, die sich unter anderem auf Grusskarten spezialisiert haben, bereits nutzen. Wer sicher gehen will, schaut auf den entsprechenden Kategorien der Firmen Webseiten nach Informationen über den betriebseigenen Umweltschutz.

2. Codethic und ISO 26000

2.1 Soziale Verantwortung


Nicht erst seit den tragischen Unglücken der Textilfirmen in Bangladesch ist soziale Verantwortung internationaler Konzerne in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Wer nicht nur für Nachhaltigkeit und Umweltschutz sorgen will, achtet auch auf faire Bedingungen in den Herstellungs- und Partnerländern. Codethic ist eine AG, die sich 2010 gründete, um Unternehmen darin zu unterstützen, die soziale Verantwortung (CSR, Corporate Social Responsibility) in ihrem Betrieb durchzusetzen. Sie wollen in Firmen folgende Punkte erarbeiten:

  • Den Dialog zum besseren Verständnis der Beteiligten fördern.
  • Die Unternehmenskultur verbessern.
  • Operative Kosten durch effizienten Ressourceneinsatz reduzieren.
  • Transparenz und beispielhaftes Handeln etablieren.
  • Wettbewerbsvorteile entwickeln und gesetzliche Regelungen streng befolgen.

Dies hängt eng mit der Zertifizierung ISO 26000 zusammen.

2.2 Einarbeitung des Leitfadens ISO 26000

Seit 2010 besteht der Leitfaden in mehreren europäischen Ländern. Er richtet sich an Unternehmen, die in der Organisationsführung und in den Arbeitsbedingungen vor Ort und im Ausland Menschenrechte und Umweltschutz einhalten und regionale Faktoren stärker berücksichtigen wollen. Gesellschaftliche Verantwortung soll transparent in Unternehmen zu sehen sein und die eigene Glaubwürdigkeit betonen. Der Leitfaden soll als Anreiz gelten, die eigene Haltung zu verändern und die Beziehung zur Umwelt und zu beeinflussenden Faktoren zu hinterfragen und Änderungen vorzunehmen. Allerdings ist der Leitfaden kein Zertifikat, sondern dient als Richtlinie für die eigenen Änderungen im Betrieb und den eigenen Systemen. Codethic 26000 ist in Anlehnung an den Leitfaden entwickelt worden und soll als Zertifikat die Einhaltung verdeutlichen.

2.3 Partnerschaften

Ein wichtiger Kernpunkt des Leitfadens ist der Aufbau wichtiger Partnerschaften der ansässigen Vereine, Unternehmen, Umweltverbände und den Handelspartnern und entsprechenden Organisationen in beteiligten Partnerländern. Wenn eine Firma in der Schweiz auf soziale Verantwortung setzt, sollten ihre Zulieferer oder ihre Geschäftspartner ebenso auf soziale Verantwortung setzen. Darunter kann die Unterstützung lokaler Firmen ebenso zählen, wie die Förderung von Mitarbeiterprogrammen in anderen Ländern und Hilfsprojekte vor Ort. Wichtig sind der Bezug zu den Stakeholdern und die Sichtbarkeit der positiven Veränderungen.

2.4 Positive Effekte

Die gestärkte Reputation hilft der Firma in vielen Belangen. Ob es sich um zusätzliche Kunden, zufriedene Mitarbeiter oder offizielle Auszeichnungen handelt, am Ende zählt sich der CSR-Einsatz auch finanziell aus. Firmen mit guter CSR-Bilanz haben einen grösseren Marktwert und können mit bewusstem Einsatz diesen Ruf für einen langen Zeitraum aufrechterhalten. Viele Unternehmen betreiben zum Beispiel eigene Stiftungen oder binden sich langfristig, um so zu helfen und das eigene Engagement deutlicher zu zeigen.

3. Valais excellence

3.1 Firmen in Wallis


Die Zertifizierung für Valais excellence ist für die Auszeichnung der leistungsstärksten und engagiertesten Unternehmen im Kanton Wallis zuständig. Dabei geht es um Qualitätsmanagement und Umweltmanagement von ortsansässigen Firmen. Diese müssen sich für nachhaltige Entwicklung aus Wirtschaft, Umwelt und Sozialwesen einsetzen und eine Unternehmenspolitik aufweisen können, die dem des Labels entspricht. Die Unternehmen erstrecken sich unter anderem aus den Bereichen:

  • Verwaltung
  • Transport
  • Landwirtschaft
  • Bau
  • Industrie
  • Lebensmittel
  • Wein
  • Finanzen
  • Unterkunft
  • Bildung
  • Sport und Freizeit

Mittlerweile sind über 100 Unternehmen zertifiziert und viele weitere warten auf die Ergebnisse der Untersuchungen. Ein wichtiger Punkt ist der Austausch mit anderen Unternehmen und die Vernetzung auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene.

3.2 Nachhaltigkeit

Nachhaltige Entwicklung zeigt sich in einer Analyse, die mit einer Checkliste durchzuführen ist.
In dieser untersuchen die Zertifizierer wie die Firma zu Wallis steht, welche Innovationen sie vorantreibt, wie sie Tradition und Kultur aufrecht erhält und in einen modernen Kontext setzt und wie diese Prozesse über einen langen Zeitraum gesichert sind, ohne Schäden zu hinterlassen. Die wirtschaftliche Effizienz soll ebenso gegeben sein, wie Umweltverträglichkeit und sozialer Mehrwert. Ein negatives Betriebsklima, Fehler in der Kommunikation oder intransparente Führung sollen nach und nach wegfallen, um nachhaltige Verbesserungen zu erhalten.

3.3 Qualitäts- und Umweltmanagement

Das Qualitätsmanagement ist unter ISO 9001 zertifiziert und beschreibt eine Weiterentwicklung der Produkte unter Berücksichtigung der Kundenbedürfnisse. Durch Transparenz können sich betriebliche Abläufe verbessern und Fehler vermieden werden. Das Qualitätsmanagement ist sowohl für kleine Unternehmen, als auch für grössere Konzerne gleichbleibend durchführbar.

Der Umweltschutz fällt unter die Norm ISO 14001 und soll Unternehmen zeigen, wie mit intelligentem Ressourcenverbrauch und Vermeidung von Umweltkosten Geld zu sparen ist. Darüber hinaus schützt das Umweltmanagement die Umgebung vor Ort. Um das zu erreichen, prüfen die Zertifizierer die vorhandenen Lieferketten und den Produktlebenszyklus auf Umweltaspekte und setzen auf verstärkte, eingetragene Zielvorgaben im Umweltschutz.

Vorteile liegen darin, dass bei erfolgreicher Durchführung der Ressourcenverbrauch reduziert sein kann und durch die sichere Einhaltung der Umweltvorschriften die Gefahr juristischer Konsequenzen geringer ist. Darüber hinaus ist die Identifikation mit dem Unternehmen durch die eigenen Mitarbeiter höher und der Marktwert gestärkt.

3.4 Gültigkeit und Bewertung

Das Zertifikat valais excellence ist für drei Jahre vergeben. Danach gibt es eine neue Bewertung der Unternehmen, doch in einigen Fällen kommt es zu unerwarteten Kontrollen. Wer gegen die Vorschriften verstösst, muss je nach Verstoss gewisse Summen zahlen und bekommt bei dauerhaften Übertretungen das Label entzogen. Viele Walliser Unternehmen sehen das Zertifikat als positiv an, da es die Region aufwertet, ein Netzwerk aus engagierten Firmen bildet und mehr Aufmerksamkeit für Umweltschutz, Qualität und Nachhaltigkeit bringt. Konsumenten können sich auf viele Werte verlassen, welche die Region prägen und nach aussen tragen. Weitere Stimmen zu dem Zertifikat gibt es bei der valais community.

4. Suisse Garantie

4.1 Kontrollierte Herkunft Schweiz


Suisse Garantie steht für Produkte, die ausschliesslich aus der Schweizer Landwirtschaft kommen, welche Schweizer Unternehmen im Land weiterverarbeitet haben. Weitere Faktoren sind die umwelt- und tiergerechten Bedingungen, sowie der Verzicht auf Genmanipulation. Im Gegensatz zum Schweizer Kreuz müssen bei diesem Zertifikat 100 Prozent der Rohstoffe aus der Schweiz stammen. Suisse Garantie will den Kauf und die Verwertung einheimischer Produkte unterstützen und fördern, um Erhalt und Pflege des Kulturlandes Schweiz, einheimische Arbeitsplätze und Vereinbarkeit von Umwelt- und Tierschutz gewährleisten zu können. Grundlagen für die Garantiemarke sind internationale ISO-Normen, die weltweit anerkannt sind. Träger ist Agro-Marketing Suisse, die Vereinigung der landwirtschaftlichen Branchenorganisationen der Schweiz. Seit 2004 können Unternehmen und Produkte aus allen Lebensmittelbranchen die Marke erhalten.

Ähnlich wie bei vielen anderen Zertifikaten sorgen externe, unabhängige Zertifizierungsstellen für die Begutachtung und Bewertung der Produzenten. Zusätzlich dazu gibt es zu den unterschiedlichen Branchen Reglemente, welche die Anforderungen klar definieren. Das Label ist für fünf Jahre gültig. Laut Schweizer Bauernverband deckt die Schweizer Landwirtschaft 64 Prozent des inländischen Nahrungsbedarfes ab, doch das Land importiert vor allem zusätzlich pflanzliche Produkte.

4.2 Schutz für Umwelt und Tiere

Der Schweizer Ökologische Leistungsnachweis ist weltweit verbreitet und steht für eine ganzheitliche Betrachtung von Ökosystemen und Landwirtschaft. Darunter fällt die tiergerechte Haltung der Nutztiere, eine ausgeglichene Düngerbilanz, Bodenanalysen und angemessene Anteile an Ausgleichsflächen wie Hecken oder Wiesenstreifen. Suisse Garantie stellt heraus, dass die Anforderungen die weltweit strengsten Richtlinien besitzen, doch die umweltgerechte Produktion soll dadurch hochwertige und gesunde Ergebnisse erzielen. Beispielsweise müssen alle Tiere unter der Marke Suisse Garantie in der Schweiz geboren sein. Darüber hinaus sind elektrische Geräte oder spitze Gegenstände als Treibhilfen untersagt und Tiertransporte sind nur vom Halter selbst oder von ausgebildeten Personen durchzuführen. Der eingeschränkte Einsatz von Düngemitteln und die Planung der zweckmässigen Fruchtfolge sollen dem Boden und der Umwelt zu Gute kommen. Schädlinge, Krankheiten und Bodenerosion können Landwirte ohne massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vermeiden. Der geschlossene Nährstoffkreislauf ermöglicht eine nachhaltige Bewirtschaftung und schont Umwelt und Tier.

4.3 Keine Gentechnik

Das Schweizer Volk stimmt für ein Moratorium für den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft. Seit 2005 verlängert sich dieses durch Bundes-, Stände- und Nationalrat bis 2017. Ausnahmen bilden Forschungen, doch der Bundesrat will Bauern ab 2018 erlauben, gentechnisch veränderte Pflanzen im begrenzten Rahmen anzubauen. Suisse Garantie steht dafür, dass weder Saatgut, Setzlinge und Pflanzen, noch die Erbmasse der Tiere oder Futtermittel genetische Veränderungen besitzen dürfen.

4.4 Kritik

Die Marke wird von der Bevölkerung im Prinzip positiv wahrgenommen. Doch in vielen Bereichen stösst auch die Zertifizierung an die gesetzlichen Grenzen, wie beispielsweise bei der Haltung von Tieren. Glückliche Tiere auf grünen Weiden und Wiesen sind nicht überall vorhanden und kritisierte Haltungsformen wie Ställe ohne Einstreu oder Haltung ohne freien Auslauf, sind im Rahmen der gültigen Tierhaltungsgesetze möglich. Kritiker wollen, dass Produzenten transparenter und realitätsnaher über die Haltung und Produktion berichten und sich nicht nur mit Labeln schmücken. Weitere Hinweise auf kritische Stimmen liefert dieser Bericht.

5. Umstrittene Zertifikate

5.1 Kritik an Bio-Label


Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt europaweit an. Doch auch die Gütesiegel sind in ihrer Anzahl deutlich gewachsen und viele Verbraucher fühlen sich durch Skandale und Medienberichte verunsichert. Bio Suisse existiert bereits seit 1981, über 5600 landwirtschaftliche Betriebe sind dort zertifiziert. Doch Discounter dürfen dieses Label laut eigenen Angaben nicht einsetzen, um einen Preiskampf im Bio-Markt zu verhindern. Vor allem direkte Preisvergleiche sind durch die vielen unterschiedlichen Bio-Label kaum möglich und Preisunterschiede selten nachvollziehbar. Darüber hinaus kommt es immer wieder zu Verstössen gegen die Richtlinien, die in einigen Fällen erst sehr spät publik werden.

5.2 Unzureichende Dokumentation der Produktionsketten

Wie bei vielen Zertifikaten ist die Produktionskette wichtigster Bestandteil für Herstellung und Einhaltung der geforderten Zustände. Doch eine lückenlose Dokumentation ist trotz Gütesiegel nicht immer vorhanden und vor allem für viele Verbraucher kaum ersichtlich. Viele Verbraucherschützer fordern deshalb eine grössere Transparenz der Produzenten und nachvollziehbare Erklärungen zur Herkunft von Bestandteilen und Zusätzen. Die Kontrollen sind nicht ausreichend genug, um die Sicherheit der Produkte wirklich zu gewährleisten. Viele empfehlen deshalb, sich auf regionale Produkte zu beschränken, da die Produktions- und Transportketten dort kürzer ausfallen.

5.3 Kosten für Zertifikate

Wer sich zertifizieren lassen will, muss neben den vielen Prüfungen auch gewisse Summen an die Zertifizierer abgeben und zwar jedes Mal, wenn das Label zu erneuern ist. Zusätzlich dazu sind oft weitere Gebühren für die Logo-Nutzung anfällig. Einige Verbraucherschützer kritisieren, dass sich die Bewertungskriterien aufweichen würden, damit mehr Firmen die Label gegen hohe Gebühren kaufen können. Mit den hohen Kosten wollen renommierte Marken verhindern, dass ihr Siegel missbraucht wird oder dass ein Unternehmen dieses auf weitere, nicht lizenzierte Produkte für Werbezwecke überträgt. Ein grosser Kritikpunkt ist der Emissions-Handel, denn dort sind die Zertifikate als Kosten für ausgestossenes CO2 so niedrig wie nie zuvor. So liegt der Preis für eine Tonne Emissionen innerhalb der EU bei unter fünf Euro, im Gegensatz zum anvisierten Preis von 30 Euro. 

5.4 Zukunftsaussichten

Ein Ende der Umweltschutzzertifikate oder Gütesiegel ist nicht in Sicht. Viele Menschen wollen nachhaltiger und bewusster leben und sich mit ihrer Umgebung und den Folgen ihres Konsums auseinandersetzen. Unternehmen profitieren vom guten Ruf der Label, wenn sie sich an die Vorschriften halten und Transparenz zeigen. Doch besonders bei den Bio-Marken sind erste Probleme des Zertifizierungs-Systems sichtbar, da trotz Kontrollen und hohem Aufwand für den Erhalt, Verstösse gegen die hoch angesetzten Prinzipien erfolgen. Trotzdem sind die Label wichtige Schritte zur Einhaltung von Klima-, Tier- und Umweltschutzrichtlinien, da sie erstens den gesetzlichen Rahmen als Grundlage nutzen und zweitens auf Selbstkontrolle und Verantwortung der Betriebe setzen. Umweltschutz soll sich für alle Beteiligten lohnen, deshalb setzen viele Unternehmen auf vertrauenswürdige Marken, die ihren Marktwert erhöhen sollen. In Zukunft sollen die Kontrollen verstärkter ablaufen, damit ein Vertrauen in Marke und Produkt weiterbestehen kann. Wer seine Marktposition verbessern will, sollte auf vertrauensvolle Gütesiegel nicht verzichten.

(nb/IFJ)

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