Verheerendste Brände seit 1961 in Kalifornien

publiziert: Sonntag, 16. Nov 2008 / 09:08 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 16. Nov 2008 / 21:57 Uhr

Washington/Los Angeles - Zumindest einen der drei verheerenden Feuerteppiche im Süden Kaliforniens haben die Löschkräfte am Mittag (Ortszeit) grossteils unter Kontrolle gebracht.

Die Zerstörungen seien «mit Worten nicht zu beschreiben», sagte der Polizeichef von Los Angeles.
Die Zerstörungen seien «mit Worten nicht zu beschreiben», sagte der Polizeichef von Los Angeles.
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In der Region um Santa Barbara gewannen die Feuerwehrleute nach zwei Tagen der Verwüstung die Oberhand über die Flammen, wie der TV-Sender CNN berichtete. In der Gegend, zu der auch der Nobelort Montecito gehört, seien mindestens hundert Häuser in Schutt und Asche gelegt worden.

Derweil behinderten starke Winde weiterhin die Löscharbeiten vor Los Angeles sowie im nahe gelegenen Orange County. Die Meteorologen machten den Feuerwehrleuten jedoch Mut: Ihren Vorhersagen zufolge könnten die sogenannten Santa-Ana-Winde am Nachmittag (Ortszeit) an Kraft verlieren.

Der verheerendste Feuersturm seit Jahrzehnten hat am Wochenende ein Tal vor der Metropole Los Angeles verwüstet. Mehr als 10'000 Häuser mussten geräumt werden, Hunderte wurden zerstört.

Notstand ausgerufen

Das Flammenmeer hatte sich - von hurrikanartigen Winden getrieben - in rasendem Tempo ausgebreitet, Landschaft und Gebäude rund um den Vorort Sylmar vernichtet und die Verkehrswege blockiert. Mindestens fünf Feuerwehrmänner wurden verletzt, Hunderte Menschen obdachlos.

«Das ist das verheerendste Feuer, das wir hier seit 1961 erlebt haben», sagt ein Einsatzhelfer einem lokalen Fernsehsender. Der Schaden sei noch nicht abzuschätzen.

Insgesamt wüteten die Flammen in Kalifornien am Wochenende auf rund 100'000 Quadratkilometern. Gouverneur Arnold Schwarzenegger rief für alle drei Kommunen den Notstand aus.

Zu den am stärksten betroffenen Gebieten gehörten Vorstädte mit Luxusvillen. Viele Hollywood-Stars bangen um ihre Behausungen. Seit Donnerstag waren Buschfeuer zu mächtigen Flammenwalzen gewachsen.

Mehrere grosse Brände

Gemäss Angaben vom Sonntagmorgen (MEZ) kämpften im Süden des US-Bundesstaats Kalifornien Feuerwehrleute gegen mehrere grosse Brände. Nach dem Feuer im Promi-Wohnort Montecito wüteten am Samstag auch Waldbrände in einem Vorort von Los Angeles sowie nahe der Städte Yorba Linda und Corona.

In der Nähe von Sylmar, einem dichtbesiedelten Vorort von Los Angeles, brannte eine Siedlung mit mehr als 500 Wohnwagen nieder.

Bürgermeister Antonio Villaraigosa machte die «absolut grauenhaften» Winde mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern dafür verantwortlich, dass die Brände nördlich der Stadt immer wieder angefacht wurden.

10'000 Menschen auf der Flucht

Rund zehntausend Menschen in der Region mussten ihre Häuser verlassen. Etwa 3200 Hektar Land standen am Rand von Los Angeles in Flammen. In der Stadt kam es zu Stromausfällen, erst nach Stunden konnte die Stromversorgung gesichert werden.

Mehrere Autobahnen wurden gesperrt und ein Spital teilevakuiert. Laut einem Bezirksvertreter liegt das letzte, ähnlich zerstörerische Feuer in der Metropole 47 Jahre zurück.

1100 Brandbekämpfer im Einsatz

Die Zerstörungen seien «mit Worten nicht zu beschreiben», sagte der Polizeichef von Los Angeles, William Bratton, dem Fernsehsender KCAL9. Es sei besorgniserregend, dass zahlreiche Autos von dem Feuer zerstört worden seien, da die Bewohner der Gegend ihren Wagen im Notfall zur Flucht benötigten.

Verletzt wurden in der Region bis Samstagabend jedoch nur vier Menschen, darunter drei Feuerwehrmänner. Insgesamt waren 1100 Brandbekämpfer im Einsatz. Bis zum Abend (Ortszeit) hatten sie erst rund ein Fünftel der Brände eingedämmt.

Fortschritte machte der Kampf gegen die Flammen dagegen in Montecito, einem Nobel- und Promi-Wohnort 160 Kilometer nordwestlich von Los Angeles, wo mindestens 111 Häuser von den Flammen zerstört oder beschädigt wurden. Dort waren am Samstag weiterhin hunderte Feuerwehrleute im Einsatz.

In den Städten Yorba Linda und Corona wurden mindestens 20 Häuser durch die Flammen zerstört. Zudem mussten wichtige Verbindungsstrassen geschlossen werden.

(ht/sda)

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