Meteorologen in der Pflicht

Vorhersagen für Katastrophenschutz verbessern

publiziert: Montag, 25. Mai 2015 / 15:31 Uhr
Der Kampf gegen die Erderwärmung braucht mehr Engagement.
Der Kampf gegen die Erderwärmung braucht mehr Engagement.

Genf - Meteorologen können den Klimawandel zwar nicht aufhalten. Bessere Vorhersagen und Warnungen können jedoch Leben retten, so der Tenor am 17. Kongress der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf.

5 Meldungen im Zusammenhang
«Für eine nachhaltige Entwicklung ist die Weltgemeinschaft auf verlässliche Informationen über den Zustand des Klimas und seine Veränderungen angewiesen», sagte Bundesrat Alain Berset am Pfingstmontag in seiner Eröffnungsrede vor den Kongressteilnehmern.

Nach Überzeugung von UNO-Experten müssen die Wetterprognosen deutlich verbessert werden, um verheerende Folgen des Klimawandels abmildern und Menschenleben retten zu können. «Der weitaus grösste Teil aller Naturkatastrophen hängt mit dem Wetter, dem Klima und mit Wasser zusammen», sagte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud.

Moralische Verantwortung

Die Meteorologen müssten mehr zum Kampf gegen die Erderwärmung beitragen. 2015 sei ein entscheidendes Jahr für Aktionen im Interesse künftiger Generationen, sagte Jarraud unter Hinweis auf den Weltklimagipfel im Dezember in Paris. «Wir haben die moralische Verantwortung, den Klimawandel einzudämmen.»

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte in einer Video-Botschaft: «Während das globale Thermometer weiter steigt, sind meteorologische Dienste bedeutender denn je zuvor.» Sie müssten Regierungen und Unternehmen alle erforderlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse für Entscheidungen zur Eindämmung des Klimawandels liefern.

Weltkonferenzen der mehr als 190 WMO-Mitgliedstaaten finden alle vier Jahre statt. Die jetzt eröffnete dauert bis zum 12. Juni. Sie soll unter anderem Beschlüsse für eine Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit und mehr Investitionen zur Bekämpfung der Erderwärmung fassen.

Kommende Generationen leiden

Jarraud beschrieb die immer stärker zu beobachtenden Folgen der Erwärmung des Planeten als äusserst besorgniserregend. Für den Klimawandel sei vor allem der Mensch verantwortlich. Die weltweite durchschnittliche Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre hat im März neue Höchstwerte erreicht.

«Das setzt unseren Kontinent einer wärmeren Zukunft aus, von der zahlreiche kommende Generationen betroffen sein werden», sagte Jarraud. Dabei würden bereits jetzt Millionen von Menschen unter wetterbedingten Naturkatastrophen leiden.

Jarraud verwies unter anderem auf den Zyklon «Pam», der im März den südpazifischen Inselstaat Vanuatu verwüstete, sowie auf Dürrekatastrophen in Kalifornien und im Südosten Brasiliens.

Der Weltkongress soll einen strategischen Plan für die Arbeit der WMO in den nächsten Jahren beschliessen. Zudem muss ein neuer Generalsekretär ernannt werden, da der 1952 geborene Franzose Jarraud nach drei Amtszeiten seit 2004 zum Jahresende seinen Rücktritt angekündigt hat.

(bg/sda)

xxxFORUMHINWEISxxx
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Ohne rechtzeitige ... mehr lesen
Kalifornien drohen zunehmend Trockenperioden.
Eine langfristige Prognose ist wegen mangelnder Messdaten aus Gebirgsregionen kaum möglich.
Turin - Gebirge erhitzen sich deutlich ... mehr lesen
Bonn - Eine UNO-Konferenz in Bonn soll dafür sorgen, dass der Weltklimagipfel im ... mehr lesen
Sechs grosse Öl- und Gaskonzerne fordern ein globales Preissystem für CO2-Emissionen.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon: Die Minimierung von Katastrophenrisiken stehe beim Kampf gegen die Auswirkungen des Klimawandels mit an vorderster Stelle.
Sendai - Die Weltgemeinschaft berät seit diesem Wochenende im japanischen Sendai über eine neue globale Strategie bei der Katastrophenvorsorge. Die Minimierung von Katastrophenrisiken ... mehr lesen
Lima - Die Verhandlungen an der ... mehr lesen
Urlaub im eigenen Land setzt sich als Trend fort. Bild: Herbstliches Cevio im Tessin.
Urlaub im eigenen Land setzt sich als Trend fort. Bild: ...
Publinews Immer mehr Menschen verbringen ihren Urlaub zu Hause, in der näheren Umgebung oder im eigenen Land. Diese Art Urlaub zu machen fällt unter die Kategorie Staycation. Und was andere voreilig vielleicht als langweilig abstempeln, bringt nicht nur Abwechslung zu Fernreisen, sondern auch viele Vorteile für einen selbst und unsere Umwelt. mehr lesen  
In den vergangenen Jahren haben sich die Sommermonate durch vermehrte Hitzeperioden ausgezeichnet. Diese Entwicklung stellt eine besondere Herausforderung für Bauarbeiter dar, die unter freiem Himmel körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten ausführen. Die Sozialpartner setzen sich daher gemeinsam dafür ein, dass die geltenden Sicherheitsmassnahmen konsequent eingehalten werden, um ein gesundes Arbeiten auch bei hohen Temperaturen zu ermöglichen. mehr lesen  
Forscher haben ein neues Konzept zur effizienteren Gewinnung von Wasserstoffenergie vorgestellt, bei dem Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten wird, ohne das gefährliche Risiko einer Vermischung der ... mehr lesen
Esteban Toledo, Doktorand an der Königlichen Technischen Hochschule (KTH), arbeitet mit dem Prototyp der entkoppelten Wasserspaltung.
Warum reagieren manche Menschen empfindlicher auf das Wetter als andere?
Publinews Wetterfühligkeit betrifft weltweit viele Menschen und beschreibt die Sensibilität gegenüber Wetterveränderungen sowie ihren ... mehr lesen  
Wir ermöglichen Werbekunden die Präsentation ihrer Inhalte (Unternehmens- oder Produkteinformationen) im Look & Feel von wetter.ch. Meldungen sind je nach Rubrikenzugehörigkeit speziell gekennzeichnet. Für deren Inhalt ist ausschliesslich der jeweilige Auftraggeber verantwortlich.

NEWS BUCHEN
Wenn auch Sie Ihre aktuellen Neuigkeiten zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zielgruppen- gerecht publizieren möchten, wenden Sie sich bitte an unser Verkaufsteam.

WERBUNG BUCHEN Gerne beraten wir Sie kompetent und individuell auch zu weiteren vielfältigen Werbemöglichkeiten in unserem Netzwerk.
Chris Sigrist
Chris Sigrist, sigrist@wetter.ch
Mobile +41 (0)78 690 69 00
Skype chris_vadian_net
 
News
         
Die Ausstellung «Memories» leistet einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur.
Fotografie Vom 04.07. - 19.10. im Museum Thalwil  Das Museum Thalwil lädt vom 4. Juli bis 19. Oktober 2024 zu einer faszinierenden Fotoausstellung ein, die sich mit dem Thema ... mehr lesen
Die photo basel 2024 ist die einzige Fotokunstmesse der Schweiz.
Fotografie 450 Kunstwerke von 150 Künstlern  Die photo basel 2024, die führende Kunstmesse der Schweiz für Fotografie, findet vom 11. bis 16. Juni im Volkshaus Basel statt. In ... mehr lesen
Das Landesmuseum Zürich am Hauptbahnhof aus der Luft.
Publinews Vom 14. Juni bis zum 11.November 2024 im Landesmuseum Zürich  Das Landesmuseum Zürich beleuchtet die Geschichte der Wiederverwertung in der neuen Ausstellung «Das zweite Leben der ... mehr lesen
Cildo Meireles, Alto, 2024 Wood and speakers, Courtesy the artist.
Publinews Bis zum 11.08.2024  Zum ersten Mal in der mehr als 25-jährigen Geschichte der Fondation Beyeler werden das gesamte Museum und der umliegende Park zum Schauplatz einer ... mehr lesen
Die Nordlichter, oder Aurora Borealis, sind vielleicht das bekannteste meteorologische Phänomen Islands.
Publinews Island, ein Land der krassen Gegensätze und Naturwunder, bietet mehr als nur atemberaubende Landschaften. Es ist auch ein ... mehr lesen
Übernachtung im Iglu-Dorf Zermatt: Schlafen wie die Eiskönigin und der Eiskönig.
Publinews Einzigartige Übernachtungserlebnisse  Themenhotels bieten eine einzigartige Möglichkeit für Reisende, eine unvergessliche Erfahrung zu machen, die über die ... mehr lesen
Für einen europäischen Roadtrip gibt es einen Reiseplan, der perfekt zu den Wettervorlieben passt.
Publinews Sich auf einen europäischen Roadtrip zu begeben, bietet ein Kaleidoskop an Erfahrungen, Landschaften und ... mehr lesen
SMON-Opfer, Demonstration gegen Ciba Geigy, Basel 1977.
Fotografie Noch bis zum 16. Juni in der Galerie BelleVue Basel  Die Ausstellung im BelleVue/Basel präsentiert eine spannende fotografische Reise von den turbulenten 1970er-Jahren ... mehr lesen
begehrt. umsorgt. gemartert. Körper im Mittelalter: Das Plakat der Ausstellung.
Publinews Noch bis zum 14.07. im Landesmuseum Zürich  Der menschliche Körper war im Mittelalter ein Ort voller Widersprüche: Er wurde verehrt, unterdrückt, gepflegt und bestraft. Die neue ... mehr lesen
Das mögen die Schweizer und Touristen am liebsten, die bei Tripadvisor bewerten.
Publinews Auswertungen des Bewertungsportals TripAdvisor haben ergeben, dass in der Schweiz äthiopische Restaurants am höchsten ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF