Klima-Risiko-Index
Warnsignal Naturkatastrophen
publiziert: Dienstag, 12. Nov 2013 / 12:47 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 12. Nov 2013 / 13:14 Uhr

Warschau - Haiti, die Philippinen und Pakistan haben im vergangenen Jahr am stärksten unter extremen Wetterereignissen gelitten. Dies hält das NGO Germanwatch in seinem jüngsten Klima-Risiko-Index fest.

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Wetterextreme unter dem Einfluss von Klimaveränderungen haben auch im vergangenen Jahr Tausende von Menschenleben gekostet und schier unvorstellbare Schäden verursacht, wie die Nichtregierungsorganisation (NGO) Germanwatch heute bei der Vorstellung ihres Klima-Risiko-Indexes mitteilte.

In den vergangenen 20 Jahren starben mehr als 530'000 Menschen bei über 15'000 extremen Wetterereignissen wie Taifune, Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen. Die materiellen Verluste liegen dem Bericht zufolge bei 2,5 Billionen Dollar.

Stark betroffenes Haiti

Der Karibikstaat Haiti, der noch immer unter den Folgen des verheerenden Erdbebens von 2010 leide, habe im August 2012 während des Hurrikan «Isaac» grosse Teile seiner Ernte verloren, sagte Sönke Kreft, einer der Autoren des Berichts, auf der UNO-Klimakonferenz in Warschau.

Später habe Haiti noch einmal heftige Zerstörungen durch tropische Regenfälle infolge des Hurrikans «Sandy» gegeben. Mindestens 200'000 Menschen wurden als Folge der Stürme obdachlos. Im langjährigen Vergleich von 1993 bis 2012 liegt Haiti auf Platz drei der besonders verwundbaren Staaten, hinter Honduras und Burma.

Auf den Philippinen, wo die genaue Zahl der Toten nach dem Taifun «Haiyan» noch nicht genau feststeht, starben ein Jahr zuvor mehr als 1400 Menschen durch den Taifun «Bopha». In Pakistan, das bereits 2010 und 2011 Opfer schwerer Überschwemmungen wurde, starben bei heftigen Monsun-Fluten mehr als 650 Menschen.

Auch in Europa

Neben den südpazifischen Inselstaaten, die seit Jahren immer wieder unter Stürmen und tropischen Unwettern leiden, landeten 2012 auch europäische Staaten auf dem Klima-Risiko-Index. Extreme Wetterverhältnisse mit schweren Überschwemmungen in der Region Krasnodar brachten im vergangenen Jahr aber auch Russland auf die Liste der besonders geschädigten Staaten.

Nach der sommerlichen Hitzewelle auf dem Balkan befindet sich Serbien auf Rang sechs und Bosnien-Herzegowina auf Rang acht. Dass im Jahr 2003 mehr als 70'000 Menschen in Europa in Folge einer wochenlange Hitzewelle starben, gehört laut Germanwatch ebenfalls zu den Auswirkungen der weltweiten Klimaveränderungen.

Fünf Tote 2012 in der Schweiz

Die Schweiz liegt im langjährigen Vergleich auf Rang 33 mit insgesamt 1123 bei aussergewöhnlichen Wetterereingissen ums Leben gekommenen Menschen und Schäden in der Höhe von 389 Mio. Dollar. Die grosse Mehrheit der in der Schweiz gezählten Toten sei wahrscheinlich auf die Hitzewelle im Jahr 2003 zurückzuführen, hiess es bei Germanwatch auf Anfrage.

Im vergangenen Jahr kamen laut Germanwatch in der Schweiz fünf Personen bei Wetterextremereignissen ums Leben. Die Schadenshöhe wurde mit 57 Mio. Dollar angegeben.

Laut Germanwatch ist die Klimakonferenz in Warschau für die Industriestaaten eine Gelegenheit, ihre finanziellen Zusagen an die besonders von Klimakatastrophen getroffenen Entwicklungsländer zu erneuern. Nur so könnten die bereits in Angriff genommenen Anpassungsmassnahmen in Asien, Afrika, Lateinamerika und Ozeanien auch finanziert werden.

(bg/sda)

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