Weiteres Fluten-Opfer - Luzern unter Wasser

publiziert: Dienstag, 23. Aug 2005 / 11:54 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 23. Aug 2005 / 12:16 Uhr

Die Lage in den Hochwassergebieten bleibt angespannt. Trotz nachlassender Niederschläge steigen die Pegelstände in Luzern und im Kanton Bern weiter an. In Küblis GR wurde eine Spaziergängerin von den Fluten mitgerissen.

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Die einheimische Frau wurde beim Spazieren entlang der Landquart von einem im Wasser treibenden Baumstamm mitgerissen. Seither wird sie vermisst, wie die Polizei mitteilte.

Luzern unter Wasser

Besonders dramatisch ist derzeit die Lage in der Stadt Luzern. Dort ist der See über die Ufer getreten, der Pegelstand überschritt bereits die Hochwassermarke von 1999.

Der Krisenstab rechnet damit, dass das Hochwasser bis auf 435,25 Meter steigen und damit den Rekordstand von 1910 erreichen könnte.

Betroffen sind bis jetzt vor allem der Schweizerhofquai, der Schwanenplatz sowie die Reussufer und das Würzenbach-Quartier. Auch der Ägerisee im Kanton Zug liegt 20 Zentimeter über dem bisherigen Höchststand.

Von der Umwelt abgeschnitten

Auch Flüelen und Amsteg stehen unter Wasser. Viele andere Gemeinden in der Zentralschweiz sind zudem von Erdrutschen bedroht.

Engelberg OW ist nur noch aus der Luft zu erreichen. Von dort mussten in der Nacht 200 Personen evakuiert werden. In einzelnen Gemeinden wird zudem das Trinkwasser knapp.

Im Kanton Bern hat der Regen in weiten Kantonsteilen aufgehört. Die Zuflüsse zu den grossen Seen führen dadurch etwas weniger Wasser, dennoch steigen zur Zeit die Seepegel weiter an. In Thun rechnet man mindestens mit einer Egalisierung des Jahrhundert-Hochwasserstandes von 1999.

Dramatische Lage im Berner Oberland

Prekär ist die Lage auch in der Region Interlaken, im Oberhasli und in den Lütschinentälern.

Grindelwald und Lauterbrunnen sind nach wie vor von der Umwelt abgeschnitten und ohne Strom. In Wilderseil ist die Lütschine über die Ufer getreten und hat Teile von Interlaken und Wilderswil überschwemmt.

Auch am Brienzersee steigt der Pegel noch weiter an.

Am Bielersee hat der Pegel die Schadengrenze überschritten und liegt rund 30 Zentimeter über dem Höchstwert von 1999. In Biel hat das Wasser teile der Hafenanlage und der Strandboden-Promenade unter Wasser gesetzt.

In der Stadt Bern erreichte die Aare am frühen Morgen nach einem Rückgang in der Nacht wieder den maximalen Abfluss von 594 Kubikmetern pro Sekunde, wie ein Sprecher der Stadpolizei auf Anfrage sagte. Die Schadensituation war am Morgen unverändert, das Mattequartier weiterhin überflutet und evakuiert.

Brücke weggerissen

Angespannt ist die Lage nach wie vor in Teilen der Ostschweiz: Das Unterengagin ist von der Umwelt abgeschnitten, nachdem das Hochwasser die so genannte Tasnabrücke der Rhätischen Bahn (RhB) weggerissen hat und auch die Engadinstrasse von Zernez bis zur Landesgrenze gesperrt wurde.

Nach wie vor angespannt ist die Lage auch im Appenzellerland. Keine akute Hochwassergefahr besteht dagegen am Bodensee und im Thurgau. Im Kanton Zürich sind die Pegelstände auf hohem Niveau stabil. In der Region Basel und in der Westschweiz ist die Lage weitgehend ruhig.

Verkehrsverbindungen unterbrochen

Betroffen vom Hochwasser sind auch die Verkehrsverbindungen: Im Raum Luzern/Zentralschweiz, im Berner Oberland und auf der Nord-Süd-Achse behindern Hochwasser und Erdrutsche weiter den Bahnverkehr.

Gotthard und Lötschberg bleiben gesperrt. Auch die SBB-Strecke zwischen Zürich-Chur ist bei Ziegelbrücke GL unterbrochen.

Auch viele Strassen, darunter der Gotthard, die A6 zwischen Bern und Thun und der Brünig-Pass bleiben unpassierbar.

Der Schwerverkehr wird über die San Bernardino-Route umgeleitet. Um die LKW im Zaum zu halten, gilt am Grenzübergang Basel-Weil und zwischen Hinterrhein und San Bernardino die Phase rot.

(bsk/sda)

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